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Städtebund-Leitinitiative "E-Government-Referenzstädte"

digitale.staedte.gv.at : News : Leitinitiative "E-Government-Referenzstädte": Vorschau 2010

Leitinitiative "E-Government-Referenzstädte": Vorschau 2010

Seit Jahresbeginn 2009 setzt der Österreichische Städtebund konkrete Einzelmaßnahmen im Rahmen der Leitinitiative „E-Government-Referenzstädte“ um. Die Realisierungsphase geht nunmehr in das zweite Jahr. Während im Vorjahr sehr viele Vorbereitungsmaßnahmen durchgeführt wurden (Erhebungen, Aufbau einer kommunalen Musterwebsite, Evaluierungen von E-Formularen und Websites der Referenzstädte) steht 2010 noch stärker im Zeichen der Umsetzung.

Zentrale Schwerpunkte sind vor allem die Backoffice-Prozesse in Gemeinden, wie etwa elektronisches Rückscheinmanagement (als Sonderform der Eingangspost) und die elektronische Übermittlung von Erledigungen. An Hand eines Marketingleitfadens zur Erhöhung der elektronischen Empfängerquote in der Kommunalverwaltung soll versucht werden, elektronische Übermittlungsformen im Bewusstsein der BürgerInnen zu verankern. Weitere zentrale Bereiche, die im Rahmen der Leitinitiative ab 2010 behandelt werden, sind die Integration von Daten zwischen Systemen (interne als auch externe), die Nutzung von Registern, die Aufarbeitung von Good Practices zu „E-Bezahlen“ sowie der Einsatz der Amtssignatur in den Kommunalverwaltungen.

Die Umsetzung von Maßnahmen in folgenden Bereichen ist geplant:

Kommunale Internetplattform

Der Bund bietet unter dem Titel der „Content Syndizierung“ im Rahmen des Amtshelfers HELP.gv.at schon seit einigen Jahren Verfahrensbeschreibungen, welche nahtlos in die bestehenden Internet-Seiten der Länder und Gemeinden eingefügt – also im Prinzip verlinkt (= syndiziert) – werden können. 2009 wurde die Referenzstädte bereits bei der Implementierung der „HELP Content Syndizierung“ unterstützt und konnten damit das kommunale Informationsangebot mit minimalem eigenem Aufwand erweitern.Das Projekt „Content Regional“ verfolgt das Ziel, dem Ansatz der Content Syndizierung folgend, Verfahrensbeschreibungen auf Grundlage der Landesgesetzgebung qualitätsgesichert zu erstellen und – im Gegensatz zu HELP.gv.at – auch mit individuellen Erweiterungsmöglichkeiten zu versehen. Ein diesbezüglicher Pilotbetrieb startete bereits im Dezember 2009 mit dem Magistrat St. Pölten.

Eingangskommunikation

Der 2009 projektierte Showcase zum „Dokumentendigitalisierungsservice mit der Post-AG“ für jene Städte, die überlegen, wesentliche Teile der Eingangspostdigitalisierung an einen externen Dienstleister auszulagern, soll 2010 aufgebaut werden. Zentrales Thema im Bereich der Eingangskommunikation wird das Rückscheinmanagement sein, wobei hier die Erstellung von Rückscheinen (automatischer Druck inklusive automatisch generiertem Barcode) sowie die interne Erfassung durch Scannen, die anschließende Verarbeitung und Zuordnung zum entsprechenden Geschäftsfall als auch die externe Rückscheindigitalisierung (z.B. durch die Post-AG), behandelt werden.

Versand

Die Vorarbeiten für die Umsetzung der dualen Zustellung in ausgewählten Referenzstädten konnten 2009 soweit abgeschlossen werden, sodass 2010 nun die Einführung in einigen Referenzstädten im Mittelpunkt steht, wobei die Anbindung eigener Druckstraßen, die Abfertigung von Massensendungen aus kommunalen Fachanwendungen, die Zustellung aus ELAK-Systemen und die Nutzung eines noch aufzubauenden, zentral bereitgestellten Webservices für die Zustellung aus beliebigen Anwendungen besondere Berücksichtigung finden werden. Jene Städte, welche die Einführung der dualen Zustellung sinnvollerweise auch durch ein Marketingprojekt auf der Kundenseite begleiten wollen, steht ein Leitfaden zur Erhöhung der Quote von elektronischen EmpfängerInnen zur Verfügung, der in konkreten Einzelprojekten (im Sinne eines „proof of concept“) umgesetzt werden soll.

Digitale Signatur

Neben der Weiterführung der Ausbildung von Registration Officer für die Registrierung der E-Card als Bürgerkarte wird der Schwerpunkt 2010 in der Umsetzung eines eigens für Gemeinden erstellten Leitfadens zur Implementierung der Amtssignatur liegen. Zentrale Inhalte sind die organisatorische und technische Unterstützung bei der Beschaffung und Einrichtung des Amtssignatur-Zertifikates inklusive aller notwendigen Vorkehrungen für die Verwendung. Die Bandbreite reicht von der Bestellung des Zertifikates im Auftrag der Gemeindeverwaltung, der Gestaltung der visuellen Darstellung (Bildmarke und Hinweis sowie Prüfinformation) in Abstimmung mit der Gemeindeverwaltung bis zur Gestaltung der Informationswebseite für die gesicherte Veröffentlichung der Bildmarke. Zusätzlich ist der Aufbau eines zentralen Amtssignaturservices (als Web-Applikation) angedacht.

E-Bezahlen

In diesem Bereich ist die Erstellung eines Konzeptes für den Aufbau alternativer elektronischer Zahlungsformen an Hand vorhandener Good Practices vorgesehen. Im Mittelpunkt der Beschreibungen werden sowohl der Versand elektronischer Zahlungsaufforderungen (z.B. Quartalsvorschreibungen) als auch das Angebot an alternativen (elektronischen) Zahlungsmöglichkeiten stehen. Einzelne Varianten sollen anschließend mit ausgewählten Städten umgesetzt werden.

Datenintegration und Registernutzung

Zentrale Aufgabe im Rahmen dieses Arbeitspaktes wird es sein, eine Erhebung zur Datenintegration und Registernutzung durchzuführen, um somit den tatsächlichen Integrationsbedarf zwischen Anwendungen sowie den Bedarf einer übergreifenden Nutzung von Registern feststellen zu können. Für die interne Datenintegration (kommunale Fachanwendungen, ELAKs, Drittanwendungen) sollen Überlegungen zur Erstellung eines „DatenServiceBuses“ angestellt werden. Bei der Anbindung an Systeme anderer Organisationen ist vor allem der behördenübergreifende Aktenaustausch zwischen ELAK-Systemen relevant, der bereits heute mit dem Standard EDIAKT II praktikabel durchgeführt werden kann. Im Rahmen der Leitinitiative soll eine EDIAKT-II-konforme Übermittlungsmöglichkeit aus den ELAK-Systemen der Pilotgemeinden evaluiert werden. Darüber hinausgehend wird es Aufgabe der Initiative sein, weitere, nicht EDIAKT-konforme Schnittstellen zu anderen Verwaltungsorganisationen (und sonstigen Organisationen im Tätigkeitsbereich der Gemeinden) aufzuzeigen und Lösungsansätze zu erarbeiten. Im Rahmen der Datenübergabe an Fremdsysteme auf Basis des Standards „Ediakt II“ sind eine modelhafte Implementierung und die Nutzung des frei verfügbaren EDIAKT-Viewers geplant.

Flankierende Maßnahmen

Als motivationsfördernde flankierende Maßnahme soll den Referenzstädten auch ein sichtbares Zeichen ihrer erfolgreichen Teilnahme an der E-Government-Leitinitiative des Österreichischen Städtebundes übergeben werden. So werden für die einzelnen erfolgreich umgesetzten Maßnahmen je Stadt die jeweiligen E-Government-Gütesiegel des Bundes beantragt, um somit auch nach außen die Konformität der Umsetzung mit den Anforderungen der E-Government-Initiative des Bundes zu präsentieren.

Referenzarchitektur

Bild: E-Governmentreferenzarchitektur