Im Rahmen der Umsetzung der Dienstleistungsrichtlinie bestand die Prämisse, auf allen staatlichen Ebenen das Informationsangebot über all jene behördliche Verfahren, welche inhaltlich unter den Wirkungskreis der Richtlinie fallen, auszuarbeiten und elektronisch verfügbar zu machen. Seitens des Bundes wurden in diesem Bereich unter dem Titel der „Content Syndizierung“ im Rahmen des Amtshelfers HELP.gv.at sowie insbesondere mit der Umsetzung des Unternehmensserviceportals (USP) maßgeblich Akzente gesetzt.
Auf Ebene der Städte und Gemeinden verfolgte das Projekt „Content Regional“ im Rahmen der Referenzstädte-Initiative das Ziel, dem Ansatz der Content Syndizierung folgend, Verfahrensbeschreibungen auf Grundlage der Landesgesetzgebung qualitätsgesichert zu erstellen und – im Gegensatz zu HELP.gv.at – auch mit individuellen Erweiterungsmöglichkeiten zu versehen. Ein diesbezügliches Projekt mit dem Magistrat St. Pölten konnte nun im 1. Quartal 2011 erfolgreich den Betrieb aufnehmen.
Die nunmehr ausgearbeiteten „Content Regional“-Verfahrensbeschreibungen aus dem Bundesland Niederösterreich – konkret handelt es sich dabei um die Verfahren Führerschein, Fahrzeug, Personalausweis, Reisepass, Staatsbürgerschaft, Raumordnung, Wahlen – werden künftig auch in der kommunalen Musterwebsite implementiert und deren Nutzergemeinden zum Testen zur Verfügung gestellt. Als nächster Schritt ist ein Rollout auf alle Referenzstädte im Bundesland angedacht.
Mit dem Projekt „Content Regional“ steht den Städten und Gemeinden im Idealfall ein komplettes Paket an bürgerfreundlich aufbereiteten und vor allem inhaltlich qualitätsgesicherten Verfahrensbeschreibungen für normierte Aufgaben im Rahmen der Bundes- oder Landesgesetzgebung zur Verfügung. Der eigentliche, sehr bestechende Vorteil liegt aber darin, dass bei den einzelnen Gemeinden keinerlei Wartungsaufwand besteht, da alle Texte direkt beim Aufruf der entsprechenden Gemeindeseite von einem zentralen Server (Content-Regional-Server) in den jeweils dafür definierten Bereich der kommunalen Website geladen werden.
Damit müssen sämtliche Texte inhaltlich nur einmal zentral – und nicht vielfach in den einzelnen Städten – aufbereitet und aktuell gehalten werden, was eine ganz entscheidende Entlastung für die kommunalen Webredakteure bedeutet. Content Regional stellt ein Paradebeispiel für einen zentralen Services aus der mittlerweile viel strapazierten „Cloud“ dar, der für alle Städte und Gemeinden viel Sinn macht und im Vergleich zum Einsparungspotential kaum nennenswerte Kosten verursacht.